Aggressivität bei Katzen – das kannst du machen wenn deine Katze kratzt und beißt

Aggressivität Katze
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Katzen können Aggressionen auf verschiedenste Weisen zeigen. Manche Tiere fauchen und kratzen, andere beißen oder die Aggression mündet gar in einer Attacke.

So wie die Auslöser, so können auch die Ursachen für die Aggressivität bei der Katze sehr unterschiedlich sein. Deshalb kommt es zunächst einmal darauf an, den Grund zu finden, denn deine Katze wird nicht einfach grundlos aggressiv sein.

Häufige Auslöser sind Unausgeglichenheiten, Angst oder Krankheiten. Aber auch wenn es an der sozialen Erziehung mangelt, kann deine Katze gehäuft mit Aggressivität reagieren.

In welchen Situationen können Katzen aggressiv reagieren?

Aggressionen bei Katzen können durchaus eine ganz normale Reaktion auf ein bedrohliches Ereignis sein. Manche Katzen bekommen ihre Wutausbrüche allerdings scheinbar plötzlich und unerwartet. Wie es allerdings ebenso beim Menschen der Fall ist, wird dein vierbeiniger Freund nicht einfach grundlos deine Hände oder Füße attackieren.

Bei deiner Katze wirst du in der Regel in einigen bestimmten Situationen gehäuft mit einem aggressiven Verhalten rechnen können. So kann es zum Beispiel sein, dass dein Stubentiger beim Streicheln nach deiner Hand schlägt oder sogar nach ihr beißen will.

Dieses Verhalten wird häufig auch als Kuscheln-und-Beißen-Syndrom bezeichnet. Dabei wechselt die Stimmung schlagartig, wodurch du nach einer Streicheleinheit plötzlich mit Kratzen und Beißen deiner Katze rechnen musst. Auch Tritte durch die Hinterpfoten sind dann üblich.

Andere Katzen lassen sich ungerne am Bauch streicheln und packen zu, sobald sie auf dem Bauch liegen und gestreichelt werden. Dies kann so weit führen, dass sich die Katzen mit ihren Krallen an den Händen festkrallen und mit beiden Hinterpfoten kratzen. Selbst Beißen kommt bei diesen Attacken vor. Somit können vermeintlich entspannte Situationen dazu führen, dass deine Katze aggressiv reagiert.

Eine weitere typische Situation, in welcher eine Katze mit plötzlicher Aggression reagiert ist, wenn sie eine andere Katze beobachtet. Ein klassisches Beispiel, dass die Katze am Fenster sitzt und einen Rivalen entdeckt, der durch den Garten und somit durch ihr Revier schleicht.

In diesem Fall kann es passieren, dass dich deine Katze anfaucht oder auch kratzt, obwohl sie mit der Aggression eigentlich den Rivalen treffen wollte. Dann ist häufig die Rede von einer übertragenen Aggression bei deiner Katze. Sie kann auch dann auftreten, wenn das Tier durch einen lauten Knall erschrickt oder sich in die Enge gedrängt fühlt.

Steht kein Fluchtweg zur Verfügung, dann kann diese bedrohliche Lage dazu führen, dass sich die Katze durch aggressives Verhalten aus dieser Situation befreien will.

Aggressionen kommen auch gehäuft beim Besuch des Tierarztes oder bereits beim Anblick der Transportbox auf. Selbst aus Eifersucht, beispielsweise auf ein anderes Haustier oder einen neuen Mitbewohner, können Katzen aggressiv reagieren.

Kuscheln-und-Beißen-Syndrom bei der Katze

Das kennt wohl jeder Katzenhalter: Kuscheln-und-Beißen-Syndrom bei der Katze

Was sind die Auslöser und wie äußert sich das?

Wie die Situationen, in denen deine Katze mit Aggressivität reagiert, so sind auch die Auslöser sehr unterschiedlich.

Zu den Ursachen für Aggressivität bei der Katze zählen zum Beispiel:

  • Krankheiten
  • Angst und Unsicherheiten
  • Überforderung
  • übertragene Aggression
  • Stress oder Unausgeglichenheit
  • Gewalterfahrungen der Katze
  • zu reizvolle oder reizarme Umgebung

Es gibt einige Krankheiten, bei denen das Aggressionspotenzial ansteigen kann. Dazu zählt insbesondere Epilepsie, eine Überfunktion der Schilddrüse wie auch Schmerzen. Ebenso kann eine Überempfindlichkeit für Bewegungsreize Aggressionen verursachen. Deshalb sollten bei der Suche nach dem Auslöser medizinische Ursachen ausgeschlossen werden können. Ein Tierarzt kann derartige Krankheiten diagnostizieren und entsprechend behandeln.

Zudem treten Aggressionen häufig auch bei ängstlichen und unsicheren Katzen auf. Das zeigt sich zum Beispiel häufig am bereits vorab erläuterten Kuscheln-Beißen-Syndrom. Ängstlichkeit und Unsicherheit können zudem dazu führen, dass die Katzen schneller überfordert reagieren, was sich wiederum ebenfalls in Aggression zeigen kann.

Kommen zum Beispiel fremde Menschen zu Besuch, kann sich die Katze schneller bedrängt fühlen. Erhält sie in dieser Situation keine Fluchtmöglichkeit, kann sie mit Fauchen reagieren.

Selbst eine sonst friedliche Katze kann bei einem zu hohem Maß an Stress plötzlich mit Fauchen oder Kratzen reagieren. Stress kann zum Beispiel durch einen neuen Mitbewohner oder durch einen Umzug ausgelöst werden.

Neben einer zu lauten oder stark wechselnden Umgebung kann aber auch eine reizarme Umgebung dafür sorgen, dass dein Tier scheinbar aus Langeweile Aggressionen zeigt. Denn selbst die friedlichste Katze benötigt Beschäftigung. Dieses Bedürfnis kann individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Manche Katzen, die Gewalterfahrungen ausgesetzt waren, sind ängstlich und zurückhaltend. Andere Vierbeiner reagieren hingegen schneller aggressiv.

Bei der übertragenen Aggression tritt diese hingegen häufig unvorhergesehen und plötzlich auf.

Das Tier kann versuchen, sich am nächsten Gegenstand, einem anderen Haustier oder am Tierhalter abzureagieren. In einigen Fällen lässt sich die Reaktion nicht verhindern. Denn wenn die Aggression beispielsweise durch einen plötzlichen lauten Knall ausgelöst wird, lässt sich zunächst nichts an der Situation ändern.

Allerdings kann es auch passieren, dass diese übertragene Aggression regelmäßig auftritt, beispielsweise wenn der Halter den Fön oder den Staubsauger betätigt. Deshalb kann es bei der Suche nach dem Auslöser helfen, auf derartige Zusammenhänge zu achten.

Körper- und Lautsprache bei aggressivem Verhalten

Katze Aggressivität Körpersprach

Ohrenstellung, Buckel, Fauchen und ein aufgeplusterter Schwanz gilt es zu deuten

Die Aggression der Katze kann sich auf verschiedene Weisen zeigen. Dabei gibt es zwischen Angst und Aggression deutlich Unterschiede. So unterschiedlich beide Stimmungen auch sind, sie können dazu führen, dass die Katze mit Aggression reagiert.

In erster Linie spricht natürlich das Knurren oder auch das Fauchen für eine vorhandene Aggression. In dieser Situation wirst du allerdings viele weitere Veränderungen am Körper deiner Katze wahrnehmen können. Dies betrifft insbesondere die Augen, Ohren, den Schwanz und natürlich den Katzenbuckel.

Durch verengte Pupillen demonstrieren Katzen ihre Dominanz und Furchtlosigkeit. Sind die Pupillen hingegen geweitet, dann deutet dies auf Angst hin. Das Fixieren des Gegners mit den Augen soll einschüchternd wirken.

Eine besonders aggressive Katze wird die Ohren halb nach hinten und halb noch vorne richten. An dieser Ohrstellung kannst du erkennen, dass deine Katze zu allem bereit ist und auch den Kampf nicht scheut. Bei Eintritt in den Kampf wird sie die Ohren anlegen. Sind die Ohren hingegen von vornherein nach hinten anlegt, dann befürchtet eine defensiv gestimmte Katze einen Kampf.

Der Schwanz wird bei einer aggressiven Katze voll aufgeplustert sein und waagerecht abstehen. Sobald dieser anfängt zu peitschen, steht der Angriff unmittelbar bevor. Befindet sich die Katze hingegen in einer defensiven Position, ist jedoch durchaus zum Kampf bereit, dann wird der aufgeplusterte Schwanz in einem Bogen aufgerichtet sein.

Hat deine Katze hingegen den Schwanz zwar aufgeplustert, aber gesenkt, dann hat sie Angst. Aber nicht erst derartig auffällige Signale, wie zum Beispiel ein dicker und aufgeplusterter Schwanz, weisen auf die Stimmung hin. Bereits bei leichten Bewegungen der Schwanzspitze lässt sich eine Erregung der Katze ausmachen.

Nimmt die Bewegungsintensität der Schwanzspitze zu, dann kannst du davon ausgehen, dass ein Schlag mit der Pfote bevorsteht. Macht deine Katze hingegen einen Buckel, dann möchte sie größer wirken, als sie eigentlich ist. Ein Katzenbuckel spricht somit für Angst. Nimmt die bedrohliche Situation nicht ab, dann kann dies auch dazu führen, dass sie aggressiv reagiert.

Neben der Körpersprache verfügt eine Katze über eine ganze Reihe von Lauten, die ebenso auf Angst und Aggression hindeuten. Eine Katze zeigt ihre derartige Stimmungen in der Regel durch verschiedene Laute wie Zischen, Knurren oder Spucken.

Maßnahmen: Was kann man gegen aggressives Verhalten bei der Katze machen?

Je nach Auslöser können unterschiedliche Maßnahmen helfen, um den Aggressionen vorzubeugen. In manchen Fällen ist es allerdings nur möglich, diesen aus dem Weg zu gehen. Zu diesen Maßnahmen zählen insbesondere:

  • Körpersprache beachten
  • Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten anbieten
  • im Zweifel einen Tierarzt aufsuchen

Die Stimmung deiner Katze kann sich in manchen Situationen scheinbar von jetzt auf gleich verändern. Dennoch gibt es häufig Warnsignale, an denen du erkennen kannst, dass deine Katze aggressiv wird.

Bereits beim ersten Anzeichen von Unwillen solltest du dich zurückziehen und deine Katze in Ruhe lassen. Eine Katze, die nicht mehr gestreichelt werden möchte, wird dies in der Regel vorher durch die entsprechende Körpersprache ankündigen.

In bedrohlichen Situationen reicht es häufig schon aus, dem Tier mehr Freiraum zu bieten, damit es fliehen kann. Denn sobald sich die Katze zurückziehen kann, wird sich die Situation auflösen. Deshalb kommt es darauf an, ihr ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, beispielsweise eine Katzenhöhle oder einen erhöhten Schrank. Dort solltest du deinem Tier einige Zeit geben, damit es sich wieder beruhigen kann.

Damit deine Katze die Rückzugsmöglichkeiten auch annehmen kann, bevor es aggressiv reagiert, kann es mitunter hilfreich sein, sie an beängstigende Dinge oder Geräusche heranzuführen. Erschrickt sie zum Beispiel der Staubsauger ertönt, dann zeig deinem Tier diesen vorher. Dann hat sie genügend Zeit, sich zurückzuziehen.

In manchen Fällen lässt sich die Ursache allerdings nicht von der Situation oder vom Verhalten ableiten. Dann ist es wichtig, die Aggressionen von einem Arzt abklären zu lassen. Sollte eine Krankheit dahinter stecken, ist es wichtig, diese entsprechend zu behandeln. In der Regel lassen die Verhaltensauffälligkeiten dadurch schnell nach.

Wie verhalte ich mich richtig?

Der erste Schritt, wie du einer aggressiven Katze begegnen kannst, ist häufig der Rückzug. Dann löst sich nämlich so manche vermeintlich bedrohliche Situation schnell auf. Mit Ruhe, aber Bestimmtheit, kannst du dem aggressiven Verhalten deiner Katze am besten begegnen. Insbesondere wenn die Aggressivität aus Angst oder Unsicherheit ausgelöst wird, kommt es darauf an, zugleich beruhigend auf deine Katze einzuwirken.

In diesen Fällen braucht das Tier zum einen Sicherheit, um sich wieder beruhigen zu können, aber zum anderen auch mehr Freiraum und damit Fluchtmöglichkeiten. Der Augenkontakt sollte in dieser Situation gemieden werden, denn dann könnten die Katze davon ausgehen, dass du einen Angriff planst. Deshalb solltest du eine aggressive oder ängstliche Katze niemals anstarren, sondern am besten dem direkten Augenkontakt vollständig aus dem Weg gehen.

Neben diesen Maßnahmen ist es ebenso wichtig zu wissen, dass laute Worte oder gar Gewalt gegen das Tier niemals eine Lösung sind. Häufig reicht es schon aus, in der Situation ganz bestimmt „Nein“ zu sagen. Auch ein klares „Aua“ wird deine Katze in der Regel verstehen.

Zudem bietet es sich häufig an, deine Katze kurzfristig zu ignorieren. Dadurch kann sich dein Tier beruhigen und auf der anderen Seite kannst du dich ebenso sammeln, um bestimmt aber kontrolliert reagieren zu können.

Aggressivität unter Katzen

Aggressivität unter KatzenAggressivität bei der Katze richtet sich natürlich nicht immer nur gegen Menschen, sondern zumeist zeigen Katzen ihre Aggressivität unter ihresgleichen. Dieses Verhalten kann die Halter schon sehr verunsichern, denn die Stubentiger können nicht nur fauchen, beißen oder kratzen, sondern die andere Katze auch massiv attackieren und lautstark drohen. Im Zuge eines Katzenkampfes sind mitunter auch lautes Jaulen und Kreischen zu hören.

Der Auslöser dafür sind besonders häufig Revierkämpfe oder sie kämpfen um Weibchen. Bei Katern kann es deshalb helfen, sie zu kastrieren.

In manchen Fällen tritt die Aggression unter Katzen aber auch nur aufgrund einer veränderten Situation und anderen Gerüchen auf. Riecht der sonst beliebte Weggefährte plötzlich nach einer anderen Katze oder nach dem Hund des Nachbarn, können plötzliche Streitigkeiten die Folge sein.

Bei Streitigkeiten unter Katzen kann es helfen, dass du beruhigend auf die Tiere einwirkst. Denn sind die Gemüter einmal erhitzt, dann wirst du mit schimpfen nur bewirken, dass sich die Stimmung weiter aufheizt. Reibst du deine Katze mit ihrer gewohnten Kuscheldecke ein, dann kann dies zudem bewirken, dass ihr Gegenüber sie wieder „riechen“ kann.

Allerdings sollte an dieser Stelle auch gesagt werden, dass Katzen von Natur aus dazu neigen, der Konfrontation aus dem Weg zu geben. Sie verfügen nämlich über eine besonders breite Palette an Stimmgebungen und Körperhaltungen. Dadurch müssen sie Konflikte nicht immer austragen. Selbst bei starkem Fauchen oder Spucken, was sehr bedrohlich aussehen kann, wird eine Katze eher einen Rückzieher machen als anzugreifen – vorausgesetzt es gibt einen Ausweg. Andere Katzen verstehen die Drohgebärden und werden dementsprechend reagieren.

Homöopathie gegen Aggressivität bei Katzen

Aggressivität bei Katzen lässt sich je nach Auslöser auch homöopathisch behandeln. Dazu steht zum Beispiel die Therapie mit Bachblüten für Katzen zur Auswahl. Die Behandlung mit Bachblüten dient in der Regel dazu, dass die Katze besser mit ihren Gefühlen und damit mit der Situation umgehen kann.

Je nach Aggression und Verhalten stehen unterschiedliche Mischungen zur Auswahl. So kommen im Zuge einer Bachblüten-Therapie diverse Essenzen zur Anwendung. Durch eine eigens auf das Tier und das Aggressionspotenzial abgestimmte Mischung kann eine individuelle Therapie erfolgen.

Darüber hinaus gibt es im Handel auch fertige Mischungen zu kaufen, die zum Beispiel bei Aggressionen wie Drohgebärden oder Zerstörungswut zum Einsatz kommen. In diesen Mischungen gehen aggressives Verhalten kommen häufig Essenzen der Vine (Weinrebe), Holly (Stechpalme), Impatiens (Drüsiges Springkraut) und Beech (Rotbuche) zum Einsatz.

Je nach Auslöser können aber auch andere Bachblüten Mischungen genutzt werden, die beispielsweise bei Angst, Stress oder Unruhe helfen sollen. Treten plötzlich Aggressionen auf, dann besteht die Möglichkeit, zur Beruhigung vorübergehend auf Bachblüten-Notfalltropfen zurückzugreifen.

Eine homöopathische Behandlung mit Bachblüten gilt zwar als besonders mild, aber dennoch sollte die Therapie nicht ohne Absprache mit dem Tierarzt oder einem anderen Spezialisten durchgeführt werden.

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